Von Athen mit der Fähre auf die Kykladeninseln

Wer kennt die Akropolis von Athen nicht aus dem Fernsehen oder Schulunterricht? Wir ziehen ja normalerweise die Natur der Stadt vor und machen nur selten Städtereisen. Doch für manche historisch bedeutende Städte machen wir da gern mal eine Ausnahme. Lest dazu gerne auch mal unsere Erfahrungen aus Rom. Doch hier soll es um unsere drei-wöchige Reise durch Griechenland gehen. Dabei haben wir einen Flug von München nach Athen gebucht und haben gleich zu Beginn der Reise die griechische Hauptstadt besucht. Vom Hafen von Athen – Piräus – gibt es ausgezeichnete und zuverlässige Verbindungen mit der Fähre auf die Inseln der Kykladen, die wir dann für unser Inselhopping auf den Kykladen genutzt haben. Die Fähre ist für Griechenland – als Inselstaat – eines der wichtigsten Verkehrsmittel im Land. Athen ist der Ausgangspunkt für den Fährverkehr zu den Inseln der Kykladen wie Mykonos, Santorini, Paros, Naxos, Tinos, Milos, uvm.

Anreise nach Athen

Von Deutschland reist ihr nach Athen in den allermeisten Fällen vermutlich mit dem Flugzeug an. Je nachdem von wo in Deutschland ihr abfliegt, dauert der Flug zum internationalen Flughafen Eleftherios Venizelos in Athen etwas mehr oder weniger als zwei Stunden. Der Athener Flughafen befindet sich östlich der Stadt, sodass ihr von dort entweder ein Taxi in die Stadt (ca. 25 €), den Bus, Uber oder die Metro nehmt. Die Fahrt mit dem Auto ins Zentrum dauert etwa 45 Minuten. Die U-Bahn ins Zentrum kostet 9€ und dauert etwa 45 Minuten.
Natürlich erreicht ihr Athen auch mit dem eigenen PKW über den Balkan oder mit der Autofähre aus Italien. Dazu haben wir noch keine Erfahrungen gemacht.

Unterkunft in Athen

Wir hatten ein Hotel im Zentrum Athens – nahe der berühmten Akropolis gewählt. Dazu haben wir uns den Stadtteil Psyrri ausgesucht.

Psyrri gilt als das Ausgehviertel von Athen mit vielen Bars, Tavernen und Restaurants. Psysrri liegt sehr zentral und liegt nur wenige Gehminuten vom Monastiraki Platz am Fuße der Akropolis entfernt. Hier befindet sich auch der Anfang der Fussgängerzone mit vielen tollen Einkaufsmöglichkeiten und Cafés, Restaurants und Bars.
Wir haben im Ivis4 Boutique Hotel gewohnt, das uns sehr gut gefallen hat.

Essen in Athen

Wie überall sind die Restaurants auch in Athen in der Nähe der großen Sehenswürdigkeiten deutlich teurer als abseits. Um die Restaurantpreise auf einen Blick zu vergleichen, haben wir hier für uns den Tsatsiki-Index erfunden. In den Speisekarten steht Tsatsiki immer auf der ersten Seite unter den Appetizer bzw. kalten Vorspeisen und ist damit ohne viel Blättern schnell zu finden und jede griechische Taverne hat Tsatsiki im Programm. So konnten wir schnell herausfinden, ob das Restaurant preislich in unserem gewünschten Bereich liegt. Natürlich variieren auch die Portionsgrößen, aber der Tsatsiki-Index ist ja auch nur ein Anhaltspunkt und beansprucht nicht, unfehlbar zu sein. Bisher hat uns der Tsatsiki-Index nie im Stich gelassen. Wir hatten Preisspannen von 2,80 bis 7,00 €.
Vor allem am Wochenende solltet ihr in den Athener Restaurants besser reservieren, denn dann wird’s richtig voll.
In Restaurants mit Ausblick ist es auch üblich, dass Gäste, die auch Essen zu sich nehmen in der ersten Reihe Platz nehmen dürfen und Gäste, die nur kühle Drinks nehmen in die zweite Reihe verfrachtet werden.

Food Tour in Athen

Der beste Weg Athen kulinarisch zu erkunden, bevor ihr die Fähre auf eine der Kykladeninseln nehmt, ist aber definitiv eine Foodtour mit Athenian Tours [anzeige].

Unser Guide Tassos hat uns die traditionellen Speisen der Hauptstadt in einer Tour von 10:00 bis 14:00 Uhr nähergebracht. Nachdem wir uns an der U-Bahnstation Syntagma getroffen haben, ging es los auf eine informative und vor allem lustige Tour mit Tassos, der uns zuerst in eine handwerkliche Bäckerei führte, wo wir verschiedenes traditionelles Gebäck mit süßen oder herzhaften Füllungen probieren konnten. Ich (Dominik) bevorzugte die herzhafte Variante mit Spinat und Käse und Kathrin die Süße mit Sweet Cream.
Als nächstes haben wir an einem Straßenverkauf äußerst leckere Sesamkringel – Koulorades – bekommen.

Anschließend führte uns Tassos in die griechische Kaffee-Kultur ein. Wir bekamen starken Mokka in einer kleinen Kupferkaraffe, die in heißem Sand erhitzt wird.

Mittags gab es dann im Hinterhof eines Spezialitätenladens griechische Spezialitäten aus der Attika-Region wie Schinken, Salami, Käse, Trockenfrüchte, selbstgemachtes Chutney und Tsipouro-Schnaps. Bisher hat uns jeder einzige Stopp davon überzeugt, dass Griechenland kulinarisch so einiges zu bieten hat.

Zum Dessert hatten wir frische süße Früchte vom Markt. Anschließend schlenderten wir über den Fisch- und Fleischmarkt und bewunderten das bunte Treiben. Danach konnten wir verschiedene Olivensorten kosten und waren von der Geschmacksvielfalt sehr überrascht.

Am Gewürzmarkt kam dann unser Highlight: Karamellisierte Erdnüsse mit Sesam und geröstete Pistazien, wie man sie noch nie gegessen hat.

Zum Abschluss des Tages gab es dann Souvlaki in der Pita und Loukoumades. Vollgefressen und zufrieden, mussten wir danach erstmal ein kleines Mittagsschläfchen im Hotel einlegen. Tassos war ein klasse Guide, der uns viel mehr als nur griechisches Essen gezeigt hat. Wir haben über die Geschichte Athens gelernt und bekamen ein paar Geheimtipps, wie man sie nur von Einheimischen bekommt.

Akropolis Tour in Athen

Wir haben mit Athenian Tours noch eine zweite Tour gemacht – die große Akropolis-Tour mit Alexia. Auch diese Tour dauert etwa vier Stunden und ist super aufschlussreich und spannend.
Es ist einfach unfassbar, welche Leistungen vor mehr als zwei Jahrtausenden hier in Athen vollbracht wurden. Man fühlt sich richtig in diese Zeit versetzt, wenn Alexia so erzählt. 

Zum Abschluss geht’s noch ins Akropolis-Museum. Dieser moderne Bau ist das schönste Museum, das ich jemals gesehen habe. Eine perfekte Verbindung von modernem Baustil und Wahrung der historischen Eleganz. Große Glasfenster lassen einen atemberaubenden Blick auf die Akropolis zu. Wirklich ein super Abschluss der gelungenen Tour.

Denkt auf jeden Fall daran eine Kopfbedeckung mitzunehmen, denn die Sonne brennt im Sommer erbarmungslos und es gibt nur wenig Schatten auf dem berühmtesten Hügel der Stadt. Auch bequeme Schuhe und Wasser sind essentiell. Auf der Akropolis gibt es zweimal die Möglichkeit Trinkwasser aufzufüllen. Nehmt euch also eine Flasche mit.

Unterwegs in Athen

Wir haben uns in Athen meistens zu Fuß fortbewegt. Wenn es die Lage der Unterkunft zulässt, machen wir das gerne, um mehr von der Stadt und ihrem Flair aufzusaugen.
Ansonsten habt ihr hier die Möglichkeit auf die bekannten Hop on Hop off Busse zurückgreifen. Es gibt diverse Anbieter und die Tickets gelten meistens zwei Tage. Athen verfügt auch über ein gutes Metro-Netz und die Tickets sind sehr günstig. Die Metro vom Zentrum (Monastiraki) zum Hafen nach Piräus kostet 1,20€ und dauert etwa 20 Minuten. Auch Taxis sind eine komfortable und einigermaßen günstige Methode, um sich in Athen fortzubewegen. Vom Zentrum zum Hafen in Piräus haben wir 15€ bezahlt, was deutlich günstiger war als mit einem vom Hotel arrangierten Transfer.

Mit der Fähre von Athen auf die Kykladen zum Inselhopping

Neben seiner außergewöhnlichen Rolle als geistiges Zentrum der Antike und Weltstadt der Gegenwart, ist Athen der Ausgangspunkt für den kompletten Fährverkehr auf die griechischen Inseln. Wenn ihr die Kykladen, die Inseln im Ionischen Meer, die Ägäis, die Inseln der Dodekanes, die Sporaden oder auch andere Ziele am Festland ansteuern wollt, ist die Fähre das bequemste und günstigste Transportmittel. Neben den großen Fähren gibt es noch einige Anbieter von Expressfähren, die meistens deutlich schneller aber auch teurer sind. Wir sind bisher meist mit den Schiffen von Blue Star Ferries gereist und waren immer sehr zufrieden. Vor allem die großen Autofähren liegen sehr stabil im Wasser, sodass ihr auch bei etwas mehr Seegang ohne Übelkeit eure Reise auf die griechischen Inseln genießen könnt. Da im griechischen Sommer das Meer meist ruhig ist und die Sonne scheint, empfehlen wir einen Platz auf den großen Decks im Außenbereich des Hecks zu suchen.
Grundsätzlich gibt es drei Kategorien an Bord der Schiffe. Wenn ihr Economy bucht, sucht ihr euch einen freien Platz im Economy-Bereich. Sichert euch schnell einen Sitzplatz, sonst müsst ihr mit dem Boden Vorlieb nehmen, wenn das Schiff ausgebucht ist. Dann gibt es noch die Kategorie Airseats. Das sind große gepolsterte Sitze wie im Flugzeug – nur bequemer und breiter mit mehr Abstand, die euch per Sitznummer zugewiesen werden. Hier ist euch der Sitz auch sicher. Die höchste Kategorie ist die Business Class. Bei längeren Fahrten über Nacht könnt ihr auch eine Schlafkabine dazu buchen. Weder Business Class noch Cabins haben wir bisher getestet. Auf den Schiffen findet ihr auch mehrere Kaffee- und Snackbars, sowie ein Restaurant. Der Kaffee ist ausgezeichnet.

Fähre von Athen – Piräus nach Santorini, Mykonos, Paros, Naxos und Tinos

In der Umgebung von Athen gibt es drei Fährhafen: Der größte und meist frequentierte Hafen von Athen ist Piräus. Piräus liegt relativ nah am Zentrum von Athen und ist mit der Metro in etwa 20 Minuten für 1,20€ erreichbar. Vom Hafen Piräus aus fahren Fähren auf alle griechischen Inseln. Meist klappern die Fähren mehrere Inseln nacheinander ab und fahren dann die gleiche Route wieder zurück. Das Blue Star Schiff „Naxos“ zum Beispiel hatte im Sommer 2021 die tägliche Route Piräus – Paros – Naxos – Santorini – Naxos – Paros – Piräus. Natürlich kommt ihr mit der Fähre von Athen – Piräus auch nach Mykonos über Syros und Tinos. Die Fahrt dauert um die vier Stunden. Die Fähre von Athen nach Santorini startet wie erwähnt in Piräus und läuft Paros und Naxos an bevor sie Santorini erreicht. Die Fähre nach Santorini dauert gute sechs Stunden.

Fähre von Athen – Rafina zu den griechischen Inseln

Auch vom Hafen in Athen – Rafina gelangt ihr mit der Fähre auf die beliebten Inseln der Kykladen wie Mykonos, Paros, Naxos oder Paros. Auch Tinos, Andros oder die weiter entfernten Inseln wie Kreta, Rhodos oder Kos in der Dodekanes-Region erreicht ihr mit der Fähre von Rafina. Natürlich variieren die Verfügbarkeiten je nach Saison. Auch wenn der Fährhafen Rafina deutlich weiter vom Zentrum Athens entfernt liegt als Piräus, kann Rafina in vielen Fällen die bessere Wahl sein. Mit 30 Minuten Fahrzeit vom Internationalen Flughafen und der Nähe zu den nördlichen Kykladeninseln wie Tinos, bietet sich Rafina dafür an.

Fähre von Athen – Lavrio zu den griechischen Inseln

Lavrio liegt weit im Süden der Attika-Halbinsel – etwa 40 Kilometer vom Athener Flughafen und ungefähr 60 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Von Lavrio fahren die Fähren bevorzugt nach Kea, Kythnos, Serifos und Sifnos. Aber auch andere kleinere Inseln könnt ihr von Lavrio gut erreichen.

Fazit

Für uns war Athen mit seiner lebhaften Innenstadt und mit seiner herausragenden historischen Bedeutung ein absolutes Highlight unserer Griechenland Reise. Auch als Ausgangspunkt für Inselhopping auf die Inseln der Kykladen, wie Paros, Naxos, Mykonos, Santorini bietet sich ein Städtetrip nach Athen perfekt an.

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